Safe & Free / Stille Schichten / Anderswelt
Wieviel halt
braucht ein Mensch,
um wirklich frei zu sein?
ÜBER MICH
Christel Brandl
Ich male seit 2023. Es war kein Anfang aus dem Nichts — es war ein Ankommen bei etwas, das schon lange da war. Ich war immer kreativ, hatte immer Bilder im Kopf, Visionen, Ideen. Jahrelang sagte ich mit Begeisterung: wenn ich malen könnte. 2023 habe ich aufgehört, das zu sagen.
Mehr als zwei Jahrzehnte habe ich als Ergotherapeutin gearbeitet. In dieser Zeit habe ich gelernt, was sich zwischen den Worten abspielt — in Haltungen, Gesten, dem kleinen Zögern vor einer Antwort. Dieses Gespür für das Unausgesprochene ist in meine Malerei übergegangen, ohne dass ich es dorthin tragen musste. Es war einfach schon da.
Ich beginne ohne festes Ziel und folge dem, was sich zeigt.
Die Frage, die mich durch alle drei Serien begleitet, lautet: Wie viel Halt braucht ein Mensch, um wirklich frei zu sein? Ich habe darauf keine fertige Antwort. Aber ich male sie — immer wieder, in drei verschiedenen Sprachen.
Ich lebe und arbeite in der Region Altötting. Ich bin Mitglied im Kunstverein Altötting und Inn-Salzach und seit 2025 in künstlerischer Weiterbildung bei der Künstlerin und Kunstdozentin Renata Schepmann.
Safe & Free
ist meine direkteste Serie —
und die persönlichste.
Sie kreist um eine Frage,
die mich nicht loslässt:
Wie viel Halt brauche ich, um wirklich frei zu sein? Nicht als philosophische Übung, sondern als gelebter Zustand. Den ich kenne.
Den ich male.
Stille Schichten
spricht die Sprache der Natur —
aber sie zeigt keine Natur.
Küste, Lagune, Baumrinde, wachsendes Grün: Das sind die Bilder, die im Kopf entstehen, während ich male. Was auf der Leinwand entsteht, sind Schichten.
Anderswelt
entsteht auf dunklem Grund.
Planeten, Sphären, Körper,
die zwischen Schwere
und Schwerelosigkeit pendeln.
Es sind Räume, die es so nicht gibt —
und die sich trotzdem vertraut anfühlen.
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safe & free
Der Kreis ist hier kein Ornament. Er ist ein innerer Anker — ein Ort, von dem aus Freiheit erst möglich wird.
In jedem Bild verhält er sich anders: mal geschlossen und haltend, mal unter Druck, mal bereits aufgebrochen, mal weit offen.
Jedes Bild ist ein anderer Moment desselben inneren Zustands.
Auf hellem Grund, mit Blau und Orange, und den Strukturen des Sumpfkalks, der bringt, was kein Plan vorgesehen hat.
Inner Harbor
Kein Orange mehr. Zwei Blautöne, der Kreis dreht sich nach innen. Was bleibt, wenn alles andere sich beruhigt hat: das Gehaltenwerden selbst.
B/H 100 x 100 cm
Breaktrough
Orange bricht durch die Form. Der Moment, in dem der Druck größer wird als das, was ihn hält. Nicht Zerstörung — Befreiung.
B/H 100 x 100 cm
Quiet Expansion
Die Weitung nach innen. Weniger Druck, mehr Raum. Stille, die sich ausbreitet.
B/H 100 x 100 cm
Held Within
Kein Orange mehr. Zwei Blautöne, der Kreis dreht sich nach innen. Was bleibt, wenn alles andere sich beruhigt hat: das Gehaltenwerden selbst.
B/H 90 x 90 cm
Before the Break
Der Kreis ist geschlossen, aber Orange drängt schon durch. Die Spannung ist da, der Durchbruch noch nicht. Der Moment kurz davor.
B/H 100 x 100 cm
Balance in Motion
Nach dem Durchbruch die erste Ordnung. Orange ist noch da, aber eingebunden. Bewegung und Struktur finden sich.
B/H 90 x 90 cm
Inner Ground
Das komplexeste Bild der Serie. Blau und Orange gleichwertig, viel Sumpfkalk, viele Schichten. Verwurzelung mitten in der Komplexität — nicht trotz ihr.
B/H 100 x 100 cm
Stille Schichten
Risse, Strukturen, das langsam Gewachsene. Der Sumpfkalk bringt hier seine ganze Eigenwilligkeit mit —
er reißt auf, bildet Krusten, trocknet anders als erwartet, und macht sichtbar, was ich selbst noch nicht wusste.
Diese Bilder entstehen am langsamsten. Sie brauchen Zeit. Schicht für Schicht, Pause für Pause. Das ist keine Methode —
das ist, wie diese Serie sein will.
Verwurzelung, Wandlung, die Spannung zwischen Festem und Fließendem: das sind die Zustände, um die es geht.
Die Natur ist dabei nicht das Thema. Sie ist die Sprache.
Das Leuchten bleibt
Grün auf Grün, Schicht auf Schicht. Was sich hier zeigt, ist kein Wald und keine Wiese — es ist das, was bleibt, wenn das Licht durch alles hindurchgegangen ist.
B/H 50 x 50 cm
Landschaft
Horizontale Schichten, Erde und Himmel. Der Sumpfkalk zieht eine Linie durch das Bild, die nicht Grenze ist, sondern Übergang.
B/H 40 x 50 cm
New Beginning
Türkis-Schwarz, eine helle Öffnung. Was sich auftut, ist kein Ende — es ist der erste Moment danach.
B/H 90 x 90 cm
Schwelle
Ein Kreis aus Sumpfkalk-Struktur auf hellem, grünlichem Grund. Nicht Eingang, nicht Ausgang — der Moment des Dazwischen.
B/H 80 x 80 cm
Sonnenspirale
Ein Kreis aus gebrochener Struktur, golden und gerissen. Die Sonne als Material — nicht als Licht, sondern als Substanz.
B/H 30 x 30 cm
Verbundene Harmonie
Ein Baumstamm, vertikal, in Sumpfkalk und Erde. Links Grün, rechts Gold. Das Wachstum selbst als Bild.
B/H 115 x 75 cm
Brandung
Ein Sumpfkalk-Grat durchzieht das Bild diagonal. Grau, gerissen, von Wasser geformt. Die Küste ist nicht zu sehen — aber sie ist zu spüren.
B/H 80 x 80 cm
Zerklüftet
Risse, die das Material selbst gemacht hat. Keine Geste, keine Entscheidung — der Sumpfkalk hat hier entschieden. Ich habe zugeschaut.
B/H 30 x 30 cm
Patgific
Blau-Grau, weit. Eine Fläche, die sich nicht erklären lässt, aber die man kennt. Das Bild hat das Meer nicht gemalt. Es hat das Gefühl gemalt, das das Meer hinterlässt.
B/H 80 x 80 cm
Smaragdwandel
Weiß und Violett, eine aufragende Form rechts. Was hier wächst, wächst langsam. Jahrtausende, nicht Tage.
B/H 80 x 80 cm
Tiefenzeit
Grau und Erde, eine horizontale Schicht zieht sich durch. Was sich verändert hat, ist nicht zu sehen. Aber der Zustand danach ist es.
B/H 80 x 80 cm
Anderswelt
Das Unsichtbare bekommt eine Form. Das Kosmische wird greifbar, ohne dass es sich erklären lässt.
Der Kreis erscheint hier als kosmischer Körper: in Bewegung, in Relation zu anderen Formen, manchmal allein im Dunkel.
Was diese Bilder verbindet, ist dieselbe Frage wie in allen meinen Serien — nur in einer anderen Sprache:
die Mitte, die hält, während rundherum alles in Bewegung ist.
Metatron
Symmetrie, Gold, kosmische Geometrie. Ein Mandala aus Sumpfkalk-Strukturen — nicht dekorativ, sondern wie ein Bauplan des Unsichtbaren.
B/H 60 x 60 cm
Jupiter
Orange und Türkis, Bewegung auf hellem Grund. Der größte Planet als Unruhe, als Energie, die sich nicht beruhigen will.
B/H 80 x 80 cm
Mars
Dunkel, Orange-Risse, Sphären. Eine Oberfläche, die zeigt, was Druck über lange Zeit aus einem Körper macht.
B/H 80 x 80 cm
Universe
Querformat, dunkler Grund, Orange und Rot in Bewegung.
Das Ganze — nicht als Überblick, sondern als Zustand.
B/H 75 x 115 cm
Anderswelt
Sphären auf grau-blauem Grund, organisch und fremd. Welten, die es so nicht gibt — und die sich trotzdem vertraut anfühlen.
B/H 100 x 100 cm
Lichtbringer
Gold auf tiefem Blau-Schwarz. Ein Kreis, der leuchtet — nicht weil Licht auf ihn fällt, sondern weil er selbst Licht ist.
B/H 80 x 80 cm
Neptun
Ein großer heller Kreis auf grau-grünem Grund. Fern, still, in sich ruhend. Der Planet, der am weitesten weg ist — und der trotzdem da ist.
B/H 80 x 80 cm
Einzelbilder
Einige Bilder entstehen außerhalb der Serien. Sie folgen keiner Reihe und keiner Frage —
nur dem, was sich in diesem einen Moment zeigen wollte.
Aufstieg
Türkis und Schwarz, eine helle Bewegung nach oben.
Was aufsteigt, ist nicht benennbar. Aber die Richtung ist eindeutig.
B/H 80 x 98 cm
Aurora
Warmes Rot-Orange, atmosphärisch, kein Horizont. Licht, das nicht von der Sonne kommt, sondern aus dem Bild selbst.
B/H 100 x 80 cm
Vom Licht berührt
Ein Gesicht, halb im Kreis versunken. Das einzige figurative Bild — und trotzdem kein Portrait. Es zeigt den Moment des Innewerdens.
B/H 90 x 90 cm
Waldgeflüster
Grün, texturiert, mit eingebetteten Elementen. Was der Wald flüstert,
lässt sich nicht übersetzen. Das Bild versucht es trotzdem.
B/H 150 x 100 cm
Lagoon
Dunkelgrün, dicht, viele Schichten. Ein Ort, der sich nicht zeigt —
der sich nur ahnen lässt.
B/H 100 x 70 cm
Ice Mirror
Blau-Grau, ruhig, vertikale Schichtung mit einem Goldstreifen.
Was sich spiegelt, ist kein Bild — es ist ein Zustand.
B/H 140 x 70 cm
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Sumpfkalk, Acryl und Mischtechnik, freischaffende Künstlerin aus Kastl.






























